Verfügbare Skip Links


Sammlung

DIE SAMMLUNG

CP1

Das FotoMuseum besitzt eine umfangreiche und ausgesprochen vielseitige Sammlung, die von den frühsten Anfängen bis heute nahezu den gesamten Bereich der Fotografie abdeckt.

 

Die Sammlung dokumentiert unter anderem die technischen Bedingungen, unter denen fotografische Bilder zustande kommen: die Weiterentwicklung der Aufnahme- und Entwicklungsgeräte, der Labor- und Studioausstattung, der Beleuchtungstechnologie, Lichtmessung, Projektionstechniken u. v. m. Die Grundlage dieses den Fotogeräten gewidmeten Teils der Sammlung wurde im Jahr 1973 durch den Ankauf der Privatsammlung Michel Auer gelegt. Durch zahlreiche kleinere Ankäufe und Schenkungen konnte dieser bereits interessante Bestand weiter ausgebaut werden. Heute ist das FotoMuseum international als eine der wichtigsten öffentlichen Sammlungen historischer Fotoapparate bekannt. Diese Position wurde vor kurzem noch durch die außergewöhnliche Schenkung von Agfa-Gevaert gestärkt: die Foto- und Filmgerätesammlung des früheren Agfa Foto-Historamas.

Insgesamt bietet die Sammlung jetzt einen breiten und äußerst nuancierten Überblick über die historische Entwicklung der Fototechnologie im Allgemeinen und der Entwicklung der verschiedenen Kameraarten, die sich jeweils an sich verändernde fotografische Praktiken anpasst. Stark vertreten sind natürlich vor allem die französischen, britischen und deutschen Kamerahersteller, aber auch die Kameraproduktion der Schweiz, der USA, der ehemaligen Sowjetunion, Japans und selbstverständlich auch Belgiens ist umfassend präsent.

 

Außerdem besitzt das FotoMuseum natürlich ebenfalls eine reiche Sammlung von Fotografien. Auch diese Sammlung zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus und vermittelt hierdurch sofort einen Eindruck von der Komplexität des Mediums Fotografie.

Die Sammlung illustriert nicht nur die unterschiedlichsten fotografischen Techniken, Anwendungsgebiete und Präsentationsformen von der Daguerreotypie bis zum Hologramm, vom Staatsporträt bis zu pornographischen Darstellungen, vom Künstlerbild bis hin zum wissenschaftlichen Dokument. Sie will vor allem auch einen Einblick in die sozialen Aspekte der Geschichte der Fotografie geben. Die Sammlung untersucht, welchen Platz fotografische Abbildungen im Leben der Menschen und im Funktionieren der Gesellschaft eingenommen haben. Deshalb wird der Entwicklung fotografischer Bildsprachen hohe Aufmerksamkeit beigemessen,die ebenso die Form von objektivierenden Dokumentationen wie von Familienarchiven, journalistischer Berichterstattung, Werbung oder bildender Kunst annehmen kann.

Repräsentative Arbeiten der berühmtesten Fotografen der internationalen Fotogeschichte bilden die Orientierungspunkte der Sammlung. Charles Nègre, Henri Le Secq, Edmond Fierlants, Alvin Langdon Coburn, Leonard Misonne, Edward Steichen, Paul Strand, Willy Kessels, Man Ray, Brassai, Henri Cartier-Bresson, Irving Penn, William Klein, Lee Freedlander, Robert Adams, Nicholas Nixon, Lynne Cohen, Carl de Keyzer, Dirk Braeckman oder Andreas Gursky sind nur einige der zahlreichen Spitzenfotografen, die in dieser Sammlung mit wichtigen Arbeiten vertreten sind. Ihre Fotografien befinden sich in einem Dialog mit der Vielzahl weniger bekannter und häufig sogar anonymer Berufs- und Amateurfotografen. Dabei ist das Ziel ausdrücklich, belgische Entwicklungen und Situationen in Bezug zu einem größeren internationalen Kontext zu stellen. Aber nicht nur Autorenfotografien werden gezeigt. Die Sammlung umfasst auch Familienalben, Industriefotografie, Sport-, Mode- und Werbefotografie, Beispiele für wissenschaftliche Anwendungen der Fotografie, fotografisch verzierte Schmuck- und Gebrauchsgegenstände, fotografisch illustrierte Drucksachen, Memorabilia usw.

Restaurierung und Konservierung

Die Fotorestaurierungswerkstatt des FotoMuseums

Nitratfilm, Halbton, Daguerreotypie, Autochrom, Ambrotypie, Collotypie, Cibachrome, Salzdruck, Fotogravur, Kohledruck, Platinotypie - das sind nur einige fotografische, fotomechanische und digitale (Druck-)Verfahren und Anwendungen mit jeweils ganz spezifischen Eigenschaften in Bezug auf Zusammenstellung, Entwicklung, Geschichte und Gebrauch. Jedes Verfahren und jede Anwendung hat spezielle Konservierungsprobleme. Schichtablösung, Entstehung von Stockflecken, Schimmel, Übersäuerung, Essigsyndrom, Aussilberung, Korrosion und Runzelkornbildung sind verschiedene Formen von zerstörerischer Degeneration, welche die Lebensdauer und die Lesbarkeit eines fotografischen Bildes stark einschränken, es häufig weitgehend überlagern oder völlig verschwinden lassen können. Kurz gesagt, im Rahmen der heutigen Erbgutpolitik will das FotoMuseum diese verschiedenen Formen von Konservierungs- und Restaurierungsproblemen näher untersuchen und zu lösen versuchen und eine völlig neue Fotorestaurierungswerkstatt einrichten. Eine forschende Werkstatt, die sich in Projektform mit der eigenen Sammlung befasst, aber auch Dritten und vergleichbaren Einrichtungen bei ihren Fragen auf dem Gebiet der Konservierungs- und Restaurierungsproblematik von Fotografie zur Seite steht.