Ebifananyi - Andrea Stultiens

Das Substantiv Ebifananyi ist vom Verb Kufanana – ‘ähneln’abgeleitet. Das Luganda-Wort Ebifananyi kann sich sowohl auf Zeichnungen und Gemälde als auf Bilder beziehen.

2011 gründeten Andrea Stultiens (NL) und der Künstler R. Canon Griffin (UG) die Plattform History in Progress Uganda. Seitdem dokumentieren sie unter diesem Namen ugandische historische Bildersammlungen in ihrem heutigen Zustand. 

Dabei ändert sich die Rolle Stultiens: sie wird von Dokumentarin zur Künstlerin und Kuratorin. Stultiens bevorzugt eine mehrstimmige Vorgehensweise und fordert zeitgenössische Künstler auf die Bilder zu aktivieren. Persönliche Dokumentationen, Werke ugandischer Fotografen sowie historische Aufnahmen westlicher Kolonisten und Missionare werden so zu einem Ganzen verschmolzen. Andrea Stultiens hat die Ergebnisse in acht intimen Veröffentlichungen mit dem Titel Ebifananyi gesammelt, und zeigt sie in zahlreichen kleinen Ausstellungen in Uganda und Nordeuropa.   

In der Schau im FOMU werden zum ersten Mal alle Bildersammlungen dargestellt, auf die die Veröffentlichungen sich beziehen. Der Fokus liegt auf der Vielfalt an erzählenden Möglichkeiten historischen Bildmaterials. Außerdem bietet die Ausstellung einen Einblick in die ugandischen Reaktionen auf die Sammlungen. Auf diese Weise beleuchtet Stultiens die Anwendung des fotografischen Bildes in diesem ostafrikanischen Land und nimmt sie die stereotypen Vorstellungen von Afrika unter die Lupe. 

Diese Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Paradox entstanden.

Kuratoren: Andrea Stultiens, Joachim Naudts (FOMU, BE) und Bas Vroege (Paradox, NL)