Suzy Embo. Artiste photographe - Photographe d'artistes

Künstlerin, Fotografin, Ehefrau … Hinter dem Künstlernamen Suzy Embo (BE, °1936) steckt eine privilegierte Zeugin der belgischen Nachkriegsavantgarde. Wegen ihrer abstrahierten Bilder, kameralosen Experimente, grafischen und kontrastreichen Aufnahmen findet Embo anfangs nahtlos Anschluss an die Subjektive Fotografie Otto Steinerts. Dabei stand das Experimentieren mit fotografischen Verfahren im Dienste  der persönlichen Expressivität. 

In den Sechzigerjahren erfährt ihr Œuvre eine inhaltliche Kursänderung: Embo entwickelt sich von „artiste photographe“ zu „photographe d’artistes“. Sie befreundet sich mit dem Cobra-Künstler Pierre Alechinsky, heiratet den Bildhauer Reinhoud d’Haese und wohnt mit ihnen in der Künstlerkommune La Bosse nordwestlich von Paris. Suzy Embo konzentriert sich nicht nur auf ihre eigene künstlerische Arbeit, sondern richtet den Fokus auch auf die internationale Kunstszene (u.a. Pierre Alechinsky, Christian Dotremont, Corneille Hannoset, Karel Appel, Pol Bury, André Breton, Jacques Ledoux, Félix Labisse …). Sie macht informelle und intime Porträts, fotografiert Künstler während der Arbeit, unterstützt Künstlerprojekte und dokumentiert Vernissagen, Veranstaltungen, Theater- und Tanzvorstellungen. 

Seit dem Jahre 1996 ist das ganze Archiv Suzy Embos Teil der FOMU-Sammlung.  Im Sommer des Jahres 2017 wirft die Retrospektive Suzy Embo. Artiste photographe – Photographe d’artistes   zum ersten Mal einen offenen Blick auf die Kunstszene nach der Cobra-Periode, und das reiche und – unverdient – unbekannte Œuvre dieser belgischen Fotografin.

Kuratoren: Tamara Berghmans & Lander Van Neygen